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Des Welträtsels Lösung


Die Welt und alles, was dazu gehört, ist ein «Open-source»-Programm Gottes

Aus dem Journal «Zuflüge» 25.11.09/ 10:34
Vorgestern Montag habe ich mich aufgemacht in die Welt der dynamisch aufgebauten Webseiten, ich habe bei meinem Provider Genotec ein bescheidenes Hosting für www.pilgerwege.ch gekauft, das CMS Made Simple (Freeware) heruntergeladen und auf dem Webserver installiert. Und seither bin ich die Welt der Templates (Seitenvorlagen) und Stylesheets (Gestaltungsanweisungen), der Tags und Moduls, der php- und html-Scripts erforschend.
Und ich habe die ersten winzigen Erfolgserlebnisse, wenn ich feststelle, dass eine bestimmte Änderung an einem bestimmten Ort in einem bestimmten Script auf der generierten Website das gewünschte Resultat erzeugt (zum Beispiel das Wort «Neuigkeiten» anstelle von «News»).
Es ist ein faszinierendes Spiel, und als solches habe ich die Sache auch begonnen. Und wie es beim Spielen halt so geht: Heute Morgen auf dem Weg durch ein wunderschönes Novemberwetter mit köstlich klarer Luft und wolkenlosem Himmel fliegt mir etwas zu, was mich nicht mehr loslässt: Das System der dynamisch erzeugten Websites kommt mir vor als ziemlich klares Gleichnis dessen, was in dieser Zeit im allgemeinen unter dem Wort «Leben» verstanden wird. «Jemand gibt ein neues Template frei und schon rennen alle aufs Standesamt,» sprach ich mit lauter Stimme.
Es erscheint mir faszinierend, die Internet-Systematik als Gleichnis dafür zu beschreiben, was man als «Zeitregie» benennen könnte. Ich bin ja gespannt, ob daraus etwas wird.


26.11.09 / 9:04
Das Thema von gestern, im weiteren Sinne die Computerprogramme und im besonderen das Programmieren von Webseiten, beschäftigt mich weiter. Es ist mir heute Morgen in den Sinn gekommen: Der Mensch vermag nichts, aber auch wirklich gar nichts zu «erfinden», zu konstruieren, zu bauen, herzustellen, was seinem Prinzip nach nicht im Quellcode Gottes für seine Schöpfung enthalten wäre. Das Rad ist darin ebenso enthalten wie das Automobil, der Teilchenbe-schleuniger ebenso wie der Gemüsehobel, alles ist – als Möglichkeit, als Potential – im Quellcode der Schöpfung enthalten.
Weil der Chefprogrammierer Gott seine Weltschöpfung als «Open source-Projekt» angelegt hat – und nur aus diesem einzigen Grund – ist es uns Menschen, in diesem Programm als untergeordnete«Software-Entwickler» mit weitgehenden Zugriffsrechten enthalten, überhaupt möglich, das Rad, das Messer, den Hammer, den Schlitten und das Zaumzeug der Pferde zu «erfinden», herzustellen – ganz wörtlich – hier auf diese Erde hinzustellen und diese Dinge auch zu gebrauchen.

Das Problem mit dem Verfalldatum
Aber jedes vom Menschen gemachte Ding ist im Quellcode der Schöpfung ähnlich den «News»-Kästchen auf Webseiten mit einem Start- und einem Verfalldatum versehen. Als die wohl nachhaltigste und wirkungsvollste «Erfindung» überhaupt, das Rad auf die Welt kam, höchst wahrscheinlich mehr oder weniger gleichzeitig an verschiedenen Orten, geschah dies, weil in der Schöpfungssoftware in der Subroutine «Rad» nun über das Startdatum freigegeben war. Das einzige, was der Software-Entwickler Mensch dabei tun konnte und kann, war und ist das Schreiben von Anwendungsprogrammen für das Rad, das Messer, den Hammer, die Schaufel...
Der Programmierer Mensch ist allerdings strikte den Rahmenbedingungen des Grundprogramms unterworfen. Er verfügt zwar wie erwähnt über weitgehende Zugriffsrechte, insbesondere bei den sogenannten «Templates» und «Stylesheets». Wenn heutzutage das Auto der einen Marke fast gleich aussieht wie das Auto der anderen, liegt das einfach daran, dass inzwischen praktisch alle «Autoprogrammierer» die gleichen Templates und Stylesheets verwenden.
Aber etwas ärgert die irdischen Programmierer: Ein einziger Ordner im Gesamtprogramm «Welt» ist gesperrt, wir verfügen hier weder über Lese-, Schreib- oder Ausführungsrechte. Der Ordner hat einen schlichten Namen: Datierung. Wir können ihn anklicken, so oft wir wollen, er öffnet sich nicht. Auf das Start-und Verfalldatum haben wir keinen Zugriff.

Und auch bezüglich des ©, des Copyrights, gilt beim «Betriebssystem Welt» die gleiche Höflichkeitsregel, wie bei allen iridschen Open-source-Programmen: Es wird um Nennung des Urhebers gebeten.

(Meinen Freunden Diego Bernardini und Reto Schnyder in Dankbarkeit gewidmet: Bernardini + Schnyder, Informationsdesign.


27.11.09 / 7:09
Man freue sich bloss nicht zu früh. Gott nur als mehr oder weniger begabten Software-Programmierer und die Welten als Produkt digitaler Kalkulation (entweder 1 oder ø) zu verstehen, wäre ein fataler Fehler (fatal error!). In der Analogie der Computerwelt würde ein solcher Fehler zum augenblicklichen Systemabsturz führen. Gott als Schöpfer ist beides, sowohl berechnend als auch spielend. Schöpfung, Welten, Natur, Leben ist sowohl analog als auch digital. Das schafft kein Computer, das schafft nur Gott.

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Alles ist als Option im Quellcode des Programms «Welt» enthalten.
Alles ist als Option im Quellcode des Programms «Welt» enthalten.