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Das Lexikon



A

    Allein: Höchste Auszeichnung für einen Menschen. Die beiden Wort-Elemente «all» und «ein» wörtlich und im Sinne ihrer Wurzelbedeutung genommen: Ein Ausgewachsener. Abschweifung: Die Bedeutung «ganz und gar einer» lässt sich auch als «Einzigartiger» übersetzen, womit das in heutiger Zeit so negativ klingende Alleinsein eine ganz andere Qualität erhält: Man kann entweder einzigartig allein oder Allerweltsmensch in der Masse sein. Abschweifung II: Der erste der «All-Einzigen» ist natürlich kein Geringerer als Jesus von Nazareth, der Christus, der mit seiner Einzigartigkeit diejenige menschlicher «All-Einziger» erst begründet.
    Anfang: Die andere Seite des Endes. Abschweifung: Es ist schon sehr sonderbar, dass das deutsche Wort für das Mysterium des Ursprungs «im Anfang» eine unüberseh- und -hörbare Verwandtschaft mit dem Wort «Gefängnis» hat.
    Autonomie: Das aus dem Altgriechischen (autonomia) stammende Wort kam als Fremdwort der deutschen Sprache in der 2. Hälfte des 18. Jahrhunderts Gebrauch, sagt das etymologische Wörterbuch. Zu einer Zeit also, als die Technik dem Menschen Möglichkeiten zu eröffnen begann, die es ihm erlaubten, kühne Träume zu haben.
    Offiziell bedeutet Autonomie die «Möglichkeit und das Recht, innerhalb eines Staatsverbandes nach eigenen Gesetzen zu leben». Im Griechischen ist das Wort aus den Teilwörtern auto (selbst) und nomos (Gesetz – und zwar ursprünglich das «erste Gesetz überhaupt» meinend) zusammengesetzt.
    Eine heute inoffizielle Bedeutung des Wortes Autonomie bezieht sich auf den «Status» des Menschen der Moderne in Bezug auf Gott. Der moderne Mensch will autonom sein, will sich selbst zum ersten Gesetz machen, um in dieser Welt uneingeschränkt und nach Belieben schalten und walten zu können, ohne daran denken zu müssen, jemandem «über» ihm Rechenschaft schuldig zu sein.



B

    Bestimmung: Das jedem lebendigen Wesen vom Himmel gesetzte Lebensziel, auch als Berufung bekannt. Im klassischen Griechisch bedeutet das Wort in einem für diese Sprache wesentlichen polaren Sinne gleichzeitig auch Verheissung.


C

    Christ: Angehöriger des Königreiches des Jesus von Nazareth, Christus, das die Gestalt eines menschlichen Körpers hat. Der einzelne Mensch entspricht im könglichen Leib – nicht mehr und nicht weniger – als einer Körperzelle.


D

    Dienen: Ermöglichen.

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E

    Ergänzung: Genesung, Vervollkommnung, Heilung. Abschweifung: Als (meist uneingestandener) Ausdruck des Verlangens nach der Ur-Ganzheit des paradiesischen Menschen religiöses Schlüsselwort für «halbe Portionen».
    Ewigkeit: Das nichtzeitliche ]Jetzt, Gegenwart (das Ineinanderfallen von Vergangenheit und Zukunft).


F

G

    Gegenwart: Der «Ort», aus dem Raum und Zeit entspringen. Vergleichbar etwa mit dem Lungenbläschen, wo der körperlichen Innenwelt von «draussen» die Brennenergie Sauerstoff angeliefert wird. Biblisch gedacht ist die Gegenwart der «Ort», wo die «Reiche der Himmel» der irdischen Raum-/Zeitwelt nahe sind (s. «Ewigkeit»).
    Gerecht: Im Sinne des griechischen orthos: aufrecht, senkrecht, ausgerichtet sein des Unteren am Oberen, in Übereinstimmung sein des Individuellen mit dem Absoluten. Insofern ist der Mensch von aufrechtem Stand als Einzelner ein Bild von dessen Übereinstimmung mit dem Absoluten. Der aufrechte Stand wird als Übereinstimmung der subjektiven Körpervertikalen mit der objektiven Vertikalen zwischen Erdmitte und Himmelsmitte definiert.
    Gerechtigkeit: Himmlische Legitimation eines irdischen Daseins mit individuell zu- und angemessenem Realitätsanteil, Unterschiede begründend und legitimierend. Beispiel: Der Realitätsanteil des Elefanten im Unterschied zu demjenigen der Spitzmaus. Gilt auch für menschliche Verhältnisse. Abschweifung: Es scheinen immer dann schlechte Zeiten zu herrschen, wenn die Spitzmäuse Elefanten sein wollen – und umgekehrt.
    Glaube: In Hebräer 11,1 steht ein Satz, der sich liest wie die Definition dessen, was Christen Glaube nennen: «Der Glaube aber ist Verwirklichung dessen, was man hofft, ein Überführtsein von Dingen, die man nicht sieht» (Rev. Elberf.).
    Aber was sagt dieser Satz wirklich? Die einzelnen Wörter in der Reihenfolge ihres Erscheinens im griechischen Urtext können aber auch so gelesen werden: Glaube ist in Freundschaft sein mit der unsichtbaren Wirklichkeit.
    Gottlosigkeit: Das Wort «gottlos» ist eine Irreführung, denn Gottlosigkeit kann es gar nicht geben. Gott IST immer. Nur der Mensch kann sich von ihm abwenden, von ihm abfallen. «Gottlos» heisst in Wahrheit «gottgetrennt», im Gegensatz zu «gottgebunden».


H

    Himmel: 1. Das, was uns umhüllt, umfängt – wie das Hemd unsere Nacktheit. 2. Als «Reiche der Himmel» die nicht stoffliche «Hälfte» der Welt (gr. kosmos). 3. Die Quelle und das Ziel alles Lebendigen.
    Himmelanziehungskraft: Die polare Schwester der Erdanziehungskraft. Sie war bis in die Mitte des 17. Jahrhunderts unter dem Namen «Leichtkraft» bekannt. Dann wurde sie «abgeschafft», weil sie der damals aufkommenden einseitig physikalischen Weltauffassung im Wege stand. Zum Thema.


I

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J

    Jenseits: Eine andere Welt als die physisch wahrnehmbare, von dieser meist – wie zum Beispiel eine Zelle von der Körperumgebung – nur durch ein dünnes, für gewisse Dinge durchlässiges, für andere undurchlässiges Häutchen getrennt. Abschweifung: Vielleicht liegt es an einem solchen Häutchen auf unserem diesseitigen Verstand, wenn wir das Jenseits nicht sehen zu können glauben.
    Jesus von Nazareth, Christus: König von Himmel und Erde, mein Herr und mein Gott.


K

    König: Diener, Ermöglicher, Bewirker, Ursprung einer wie auch immer gearteten Gemeinschaft. Kein Wunder, dass das Wort aus der Mode gekommen ist.

L

    Lärm: (Un)Menschliche Anstrengung, die Stimme des Himmels in der Seele mit technischen Mitteln zu übertönen. Abschweifung: Wir können davon ausgehen, dass es in der Menschheitsgeschichte noch nie eine Zeit mit so viel künstlich erzeugtem Lärm gegeben hat. Wir können also auch davon ausgehen, dass die Stimme des Himmels in der menschlichen Seele in der Geschichte der Menschheit noch nie so eindringlich war wie seit der Erfindung von Lautsprechern. Abschweifung II: Was wäre, wenn wir alle Lautsprecher abschalten würden?


M

    Mainstream: Der Weg (der Mehrheit) zur Hölle.
    Mythos: Im Gegensatz zu landläufiger Rede ist Mythos Wahrheit. Wenn der Mensch zur Sprache bringt, was er mit seinem inneren Ohr hört und mit seinem inneren Auge sieht, entsteht Mythos, Erzählung aus anderer Welt.


N

    Naturtheologie: Wörtlich genommen bedeutet Naturtheologie etwas ganz Einfaches: Natur–Gott (theo)–Wort (logie), die Natur spricht von Gott. Man braucht nur die Augen aufzumachen, zu schauen und wahrzunehmen, ganz nach dem grossen Gleichnisvorbild Jesus von Nazareth, unserem König: «Mit dem Himmelreich ist es wie...». Naturtheologie ist sehr segensreich in einer Zeit, in der die «wissenschaftliche» Worttheologie nur noch Verwirrung stiftet.
    Newton, Isaac: (4.1.1643–31.3.1727): Englischer Naturforscher UND «Gottesgelehrter» (Newton-Biograf Sir David Brewster in «Sir Isaak Newton\'s Leben nebst einer Darstellung seiner Entdeckungen», S. 244.) Als Naturforscher untersuchte Newton die Gravitation, als Gottesgelehrter glaubte er an die «übernatürliche Kraft».


O

P

    Polarität: Ein anderes Wort für Dreifaltigkeit. Ihre Wirkung ist das Vierte, wie der elektrische Strom aus dem Kraftwerk (1), der über einen positiven (2) und einen negativen Pol (3) in der Glühbirne (4) Licht erzeugt. Polarität ist somit in Wahrheit Tripolarität. Diese lässt im Sinne des Sowohlalsauch Freiheit zu, im Gegensatz zu der auf zwei Pole reduzierten Dualität, wo es nur gnadenloses Entwederoder gibt. Zum Thema.
    Prinzip: Ursprung und Ursache eines Geschehens in Zeit und Raum. Allem Gewordenen ist sein Anfang Gesetz, zeitlos, unveränderlich, unverzichtbar. «Der Fluss hört in dem Augenblick auf, Fluss zu sein, wenn er von seiner Quelle getrennt wird. Gesetzlosigkeit ist demzufolge der Wegfall des Anfangs, also das Ende. Abschweifung: Woher weiss eigentlich der Mensch vom Anfang? Oder: Nur wer sich seiner Endlichkeit bewusst ist, weiss auch vom Anfang. Abschweifung II: Darin liegt die besondere Bedeutung des «Refrains» im katholischen Stundengebet: «Wie (es) im Anfang (war), so (sei es) auch JETZT und allezeit und in Ewigkeit, Amen». Im besten Sinne des Wortes haben wir es hier mit Gesundbeten der Zeit und ihrem Geschehen zu tun. Es ist Vergegenwärtigung des Anfangs in die Mitte des Daseins und über dieses hinaus in die ewige Zeitlosigkeit. Es ist Anfang und Ende, es ist Alfa und Omega, es ist Christus.


Q

    Quelle: Das heiligste Wort überhaupt.


R

    Rein/unrein: Das deutsche Wortpaar rein/unrein wird auf eine indogermanische Wurzel zurückgeführt, welcher das Sieb, das Scheiden, das Unterscheiden, das Sondern entsprossen ist. Rein/unrein hat somit im ursprünglichen Sinne die Bedeutung von unvermischt/vermischt. Diese aber entspricht der Ur-Polarität gleich/ungleich, auf welcher alle erschaffenen Welten und alles Lebendige beruhen. Die moralische Wertung von rein/unrein im Sinne von sauber/befleckt ist erst später hinzu gekommen.
    Religion: Metabolismus, gr. Austausch. Stoffwechsel zwischen Himmel und Erde. (Heiliges) Beispiel: Wandlung von Brot und Wein in der Eucharistie. Abschweifung: Die einleuchtendste Erklärung dafür, dass es Wirkungen im Materiellen gibt, die ursächlich nicht auf Materie zurückgeführt werden können, ist der Stoffwechselvorgang des Atmens. Ursache des Atmens mit unbestrittener Wirkung im Körperlichen ist das Leben, das Leben aber ist (wie es sich beim Tod, der nur Materie zurücklässt, beweist), nicht materiellen Ursprungs. Es kann demzufolge gesagt werden: Leben bewirkt Materie. Und Atmen ist Religion.


S

    Seele: Das einzig Lebendige in der körperlichen Welt überhaupt. Sie hat Ohren und Augen, was sie zur Wahrnehmung befähigt. Sie ist wie der Geist himmlischen Ursprungs und nach dem Prinzip, wonach Gleiches Gleiches zu «erkennen» oder eben als wahr zu nehmen vermag, Wahrheitsinstanz.


Sch

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St

    Stand, aufrechter, des Menschen: Äusserliches Kennzeichen für seine göttliche Abstammung (s. «Gerecht»). Abschweifung: Der Kirchenvater Lactantius sagt dazu: «Somit hat Gott sich entschlossen, unter allen Lebewesen einzig den Menschen himmlisch, alle anderen aber irdisch zu machen, damit er in den Himmel schaue, das heisst, damit er den Blick auf den Ort seiner Herkunft richte, hat er ihn hoch aufgerichtet auf zwei Füsse gestellt.» (Lactantius, de opificio dei, Kapitel 8).


T

    Tod: Erde ohne Himmel, Materie ohne Geist, Mensch ohne Gott, Natur ohne Schöpfer, Realität ohne Wirklichkeit, Verstand ohne Vernunft, Wissenschaft ohne Anschauung, Technik ohne Bestimmung, Ursache ohne Ursprung, Weg ohne Ziel, Gefäss ohne Inhalt, Buchstabe ohne Wort, Zeit ohne Gegenwart, Ufer ohne Fluss...
    Tripolarität: Ein anderes Wort für Dreifaltigkeit (siehe «Polarität»).


U

    Ursache: Halbe Sache. Als Begriff der Kaualität bezeichnet die U. angeblich den Anfangsgrund einer Wirkung. Einseitig funktional mag das zutreffen (Feuer angezündet, Haus abgebrannt). Auf der Ebene des Wirklichkeitsgeschehens jedoch bleibt die U. völlig wirkungslos, wenn nicht der Ursprung dazukommt. Ursprung und Ursache bilden eine Einheit, wie der Plan und die Durchführung eine Einheit bilden, damit in der Autofabrik auch tatsächlich ein Auto entsteht. Bezüglich des Autos ist die Ursache allein blosses Rohmaterial (siehe auch «Ursprung»).
    Ursprung: Erster Akt beim Entstehen von Wirklichkeit, schöpferischer Anfang, geistiger Vorgang des Auftauchens einer Idee aus dem unbegrenzten Meer der Möglichkeiten, schöpferisches Prinzip (siehe auch «Ursache»).


V

    Verbindung: Viele Verbindungen sind auch dann und erst recht lebensnotwendige Beziehungen, wenn man nichts von ihnen sieht, hört oder sonst wie in Erfahrung bringen kann. Ein rotes Blutkörperchen zum Beispiel hat keine Ahnung davon, dass es ausserhalb der Lungenbläschen, dort, wo die Luft herkommt, noch eine andere Welt gibt. Seine Fähigkeit, trotzdem mit dieser Aussenwelt in Verbindung zu treten, ist Voraussetzung für organisches Leben hier auf Erden. Der Unterschied zwischen Blutkörperchen und Seele besteht einzig darin, dass die Seele die «andere» Welt wahrnehmen kann, weil sie, die Seele, aus jener «anderen» Welt stammt.
    Vollkommen: Was zum Ziel führt. Demnach ist Vollkommenheit das Angekommensein am Ziel. Wenn also einer sagt, der Weg sei das Ziel, drückt er damit aus, dass er an Vollkommenheit nicht interessiert ist.


W

    Wahrheit: Die Medaille, auf deren einen Seite «richtig» steht, auf deren zweiten «falsch» und auf deren dritten die Medaille selber steht.
    Weltanschauung: Es gibt für den Menschen natürlicherweise zwei Weltanschauungen, die materialistische und die geistige. Beide gehören als polare «Partner» zusammen. In der heutigen Zeit ist es üblich, sich auf die materialistische Weltanschauung zu beschränken und damit die geistige Welt und alles, was dazu gehört, auszuschliessen. Das ist ziemlich einseitig und – wie alles Einseitige – ungesund.


X

Y

Z

    Zeit: Abfallprodukt der Gegenwart.


© Studienzentrum Himmel+Erde, Zürich, 2004/09

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