...wie einfach die Wahrheit ist
Eine hundskommune Heuwiese im Mai
Bild 1 zeigt eine hundskommune mitteleuropäische Heuwiese im Mai. Fürwahr keine «schützenswerte» Magerwiese mit seltenen Pflanzen, lauter Gewöhnliches – Löwenzahn, Hahnenfuss, Gänseblümchen, Wiesenschaumkraut, Ehrenpreis, kriechender Günsel, was das Vieh halt – mehr oder weniger gern – frisst oder stehen lässt.
Bild 2 zeigt einen Ort, wo eine bestimmte Art unter sich ist. Zwar ist der Ehrenpreis gegen andersartige Gesellschaft keineswegs abgeneigt, aber hier muss es einen besonderen Grund dafür geben, dass die Veronica, oder das Katzenauge, wie der Ehrenpreis auch genannt wird, ausnahmsweise eine monokulturelle Enklave in der Heuwiese bildet.
Bild 3 macht uns mit der gleichen «separatistischen Tendenz» des Gänseblümchens bekannt, eine von Natur aus weiss Gott ausgesprochen gesellige Pflanze ohne jegliche Berührungsängste mit Andersartigen. Aber hier – was weiss ich, warum ausgerechnet diese Gänseblümchen hier unter sich sein wollen... Aber bei genauerem Hinsehen entdecken wir: sie sind es gar nicht. Manchmal ist die Vielfalt erst auf den zweiten Blick zu erkennen.
Bild 4 Alle leben friedlich am selben Ort zusammen, die einen wollen ein bisschen höher hinaus, die anderen finden ihr Glück in der Niedrigkeit, aber eines ist ihnen allen gemeinsam. Übrigens: Die Blütenpflanze, die es auf unserer Wiese punkto Höhe am weitesten bringt, der Acker-Hahnenfuss, wird vom Weidevieh kategorisch ignoriert ;-)
Bild 5 Wenn Sie genau hinschauen (nicht hier natürlich, sondern draussen in der Natur) sehen Sie, dass jede dieser Blumen, wenn der Wind weht, auf ihre ganz besondere Art auf den Wind antwortet, sich ihrer Art gemäss im Wind bewegt. Und alle, egal ob gross oder klein, blau, gelb oder weiss, alle richten sich nach der gleichen Sonne aus.
Wir könnten auch sagen, ihre Ausrichtung auf die Sonne (Jesus Christus) und ihre Bewegung im Wind (Heiliger Geist) sei ein Gleichnis für Gottesdienst. Dann könnten wir daraus schliessen, dass «Ökumene» auf der Heuwiese (Kirche) alltägliche Selbstverständlichkeit ist.
Die Wahrheit ist immer einfach und zum Rechthaben ungeeignet. Man kann sie niemals besitzen, nur anschauen lässt sie sich.
(13.5.08)