Tripolarität (Dreifaltigkeit als Lebens- und Weltmodell)
Unter modernen Exegeten...
...ist es üblich, den ersten Satz der Bibel als blosse «Überschrift zur folgenden Schöpfungsgeschichte» zu entkräften. Wie kann man bloss! Das ist so absurd wie der Versuch des Baumeisters, das Fundament des Hauses auf die Planbeschriftung zu reduzieren. Kein Wunder, dass die Kirche ins Wanken gerät.
Nein, der erste Satz...
...der Bibel hat den Urschöpfungsakt zum Gegenstand, auf dem alles weitere beruht. Der Satz sagt, als erstes habe Gott die Dreifältigkeit als «System» erschaffen, ein Dreieck: Gott an der Spitze spannt sich aus in die zwei Schenkelpole «Himmel» und «Erde».
Wir könnten auch sagen...
...Gott habe als erstes sich selbst zum «Kraftwerk» erschaffen. Erst als aus ihm als Quelle Kraft zwischen den beiden Polen «Himmel» und «Erde» strömte, wurden weitere Schöpfungsakte, wurde Leben möglich. Und in allem, was Leben hat, pflanzt sich die Uranlage seither unaufhörlich fort.
Es gibt somit nichts Wichtigeres...
...womit sich der Mensch befassen könnte, als mit der «Dreiecksgeschichte» des Anfangs. Aus dem ersten Satz der Bibel, dem Schöpfungssatz kann, wenn und weil er wahr ist, alles abgeleitet werden, auch dann, wenn er nicht von allen für wahr genommen wird; seine Wahrheit ist nicht darauf angewiesen, dass wir sie (an)erkennen. So wenig die Sonne in ihrem Sein und Scheinen davon abhängig ist, dass wir sie wahr nehmen bzw. an sie glauben. Die Wahrheit des Schöpfungssatzes beruht nicht darauf, dass er «geschrieben steht», in der Bibel, die wir die «Heilige Schrift» nennen. Seine Wahrheit beruht darauf, dass er Wort, lebendiges Wort Gottes ist. Weil alles Lebendige in den Himmeln und auf der Erde auf dem Schöpfungssatz beruht, ist alles Lebendige dazu befähigt, die Wahrheit des Schöpfungssatzes zu erkennen, wenn es in sich selbst das Lebendige erkennt.
Zum Rechthaben ungeeignet
Die Wahrheit (des Schöpfungssatzes) ist zum Rechthaben in dieser Welt, in der wir leben, ungeeignet, mit der Wahrheit kann man weder reich noch berühmt werden.
Aber aus dem Schöpfungssatz...
...lässt sich alle Erkenntnis ableiten, alle Erkenntnis, sowohl was «die Himmel» betrifft als auch «die Erde». Die Erkenntnis gebende Kraft des Schöpfungssatzes ist unbegrenzt, beschränkt ist die Fähigkeit von uns Menschen, die wir Geschöpf und Teil sind, die ganze Wahrheit zu erkennen. Teilerkenntnis der Wahrheit steht Teilen gut an.
Wenn alles in den Himmeln und auf der Erde auf dem Schöpfungssatz beruht, somit als dynamis, als (Er)Zeugungskraft aus Gott hervorgeht, ist in allem in den Himmeln und auf der Erde das Schöpfungsprinzip wieder zu erkennen.
Suche nach der Erkenntnis der Wahrheit, indem du in dem, was geworden ist, den Anfang erkennst.
Aus Gott geht – «wie im Anfang...
so auch jetzt und alle Zeit» – nur Lebendiges hervor. Eine Zeit wie die unsere, die nur Totes hervorbringt, darf und muss deshalb als gottlos bezeichnet werden. Ein Kühlschrank ist in wärmeren Gegenden gewiss eine hilfreiche Einrichtung, aber er ist ein totes Ding.
Es ist eine erstaunliche...
...und erschreckende Tatsache, dass noch nie in der Menschheitsgeschichte so viele tote Dinge hergestellt worden sind wie seit Anbruch der Moderne. Der moderne Mensch zeichnet sich dadurch aus, Totes hervorzubringen, das so tut, als wäre es Lebendiges. Das ist das Böse dieser Zeit.
Tot oder lebend lebendig
Wenn wir den Schöpfungssatz vergessen, vergessen wir das Leben. Wenn wir den Schöpfungssatz nicht verstehen, verstehen wir das Leben nicht. Wenn wir den Schöpfungssatz leugnen, leugnen wir das Leben. Wenn wir nicht aus dem Schöpfungssatz – also aus Gott – leben, sind wir lebendig tot. Hingegen erlebe man, zum Beispiel bei erhobenen Händen und mit lauter Stimme den Dreifältigkeitssatz sprechend: «O Gott, o Himmel, o Erde» die Freude lebender Lebendigkeit.
Einufrige Flüsse gibt es nicht
Gott erscheint in seinem Schöpfungssatz in dieser Welt in vielfältiger Gestalt. Gott, Himmel, Erde und das strömende Leben gehören zusammen, wie Quelle, Fluss und Ufer. Ein einufriger Fluss ist noch nicht gesehen worden. Und ein Fluss ohne Quelle ist keiner. Wasser, von seiner Quelle getrennt, ist totes Wasser. In wahrhaft ergänzender (komplementärer) Weise entsprechen sich – aus Gott – Himmel (Geist) und Erde (Materie).
So erweist sich der Urschöpfungssatz als unversiegbare Quelle der Erkenntnis dessen, was sich unaufhörlich aus Gott zwischen Himmel und Erde ereignet.
Dieser Art Erkenntnis
aber ist Quelle der Freude und der Bewunderung für Gott, für die Himmel und für die Erde.(stz)
(2.5.05/30.5.08)
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