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Brunnenvergifter

«Kein Trinkwasser»


Als ich auf einer Wanderung sehr durstig an den Dorfbrunnen kam und trinken wollte, erlebte ich eine schreckliche Enttäuschung: Am Brunnen prangte ein Schild: «Kein Trinkwasser!». Es sah ganz frisch aus, das Schild. Ich war sehr frustriert und die Bäckerin, die nebenan ihren Vorplatz kehrte, musste das bemerkt haben: «Trinken Sie ruhig, das Schild war letzte Woche noch nicht dran», sagte sie. Ich trank, mein Durst wurde gestillt und ich lebe noch.


Die Moral von der Geschichte: Überall, wo der Lebensquell Wasser von sich aus und völlig umsonst sprudelt und seine Lebenskraft in Fülle verströmt, soll «Kein Trinkwasser!» aufgestellt werden, damit die Leute endlich begreifen, dass nur die bei Nestlé in der Plastikflasche gekaufte Flüssigkeit gefahrlos getrunken werden kann.



    Weit schrecklicher aber ist die allegorische Bedeutung dieser Geschichte: Gott als Quelle des Lebens(wassers) wird unterstellt, für den Menschen schädlich, giftig zu sein. Diese üble geistige Brunnenvergiftung betreiben die Ideologen einer Welt ohne Gott tagtäglich. Damit sichern sie sich die – angemasste – Macht über den Menschen, über die Natur, über die Welt


Und die Gemeindebehörde, die das Schild anbringen liess? «Aus reiner Vorsicht,» hiess es, man könne ja nie wissen, ob nicht eines Tages Schadstoffe im Wasser gefunden werden und die Gemeinde im Schadensfall dafür haftbar gemacht werden würde. Die Gemeindebehörde nehme ihre Verantwortung war und schütze die Bevölkerung vor möglichen Gefahren, gerade bei frei zugänglichen Brunnen sei diese Prohylaxe besonders wichtig.


Das ist das Böse.


Und wir setzen unsere Hoffnung auf die Bäckerinnen unter uns. ;-)
(9.5.08)

«Vorsichtsmassnahme» zur Förderung des «Mineralwasser»-Absatzes.
«Vorsichtsmassnahme» zur Förderung des «Mineralwasser»-Absatzes.